Individuelle Förderung
Das Förderkonzept der Gesamtschule beruht auf verschiedenen Säulen:
Es gibt zum einen eine fachliche Förderung in den Hauptfächern, daneben eine spezielle Förderung für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche, eine Förderung für Kinder mit Migrationshintergrund und eine fachunabhängige Förderung zur Festigung der gesamten Persönlichkeit und des Arbeitsverhaltens.
1. Förderunterricht
In den Jahrgangsstufen 5,6 und 7 findet in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik eine fachbezogene Förderung in einer zusätzlichen Stunde statt, die als Randstunde (erste oder letzte Stunde) im Stundenplan der Klasse liegt. Wie sich die Förderstunden (2 Stunden pro Woche) auf die Fächer und Halbjahre verteilen, kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
| Fach | Klasse 5, 1.Hj. | Klasse 5, 2.Hj. | Klasse 6, 1.Hj. | Klasse 6, 2.Hj. | Klasse 7, 1.Hj. | Klasse 7, 2.Hj. |
| Deutsch | 1 | 1 | 1 | 1 | ||
| Englisch | 1 | 1 | 1 | 1 | ||
| Mathematik | 1 | 1 | 1 | 1 |
Die inhaltliche Gestaltung des Förderunterrichts liegt in der Hand des Fachlehrers, der die Stärken und Schwächen der Schüler und Schülerinnen kennt. Daher nimmt er oder sie auch die Zuweisung zum Förderunterricht in Absprache mit dem Lehrerteam vor.
Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer sind gehalten, sowohl den leistungsschwachen als auch den leistungsstarken Schülerinnen und Schülern, gegebenenfalls abwechselnd, Förderunterricht zu erteilen. Ziel ist es, sowohl die Schwachen zu fördern als auch die Starken zu fordern.
Im Jahrgang 10 findet für Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik ein Förderkurs für potentielle Übergänger in die Oberstufe statt. Hier werden schwerpunktmäßig Lösungsstrategien für sachbezogene Aufgaben erarbeitet und geübt.
2. Förderung der Lese-, Rechtschreib- und Ausdruckskompetenz
Spezielle Rechtschreibförderung
Die Förderung der deutschen Sprache im Unterricht ist zu einem wichtigen Schwerpunkt der Arbeit in allen Fächern geworden. Ziel ist es, die Grundfertigkeiten im Lesen, in der Rechtschreibung und im sprachlichen Ausdruck so zu entwickeln, dass sie den Anforderungen einer Berufsausbildung bzw. eines Studiums gerecht werden.
Rechtschreibwerkstatt
Auf der Grundlage einer Befragung der Schulgemeinde zum Förderkonzept wurde ein neues Konzept zur Förderung der Lese-, Rechtschreib- und Sprachkompetenz für die Jahrgänge 5 und 6 im Schuljahr 2005/2006 eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler werden nach den Ergebnissen der Hamburger Schreibprobe von den Fachlehrerinnen und Fachlehrer Deutsch der Rechtschreibwerkstatt (RSW-Stunden) zugewiesen.
Diese zwei Förderstunden sind in den Stundenplan integriert. Die Gruppengröße liegt bei ca. 10 Schülerinnen und Schülern, die in der Regel aus zwei Klassen zugewiesen werden. Der Unterricht wird von Lehrkräften mit einer speziellen Ausbildung geleitet.
Förderung der Lesekompetenz
Das Antolin-Leseförderprogramm des Schrödelverlages wird zur Zeit in den Klassen 5 bis 8 eingesetzt.
Daneben findet regelmäßig die Teilnahme der Schüler an Lesewettbewerben statt.
Auch im AG-Bereich wird die Leseförderung durch Einrichtung einer Schülerbibliothek und einer Lese-AG mit Nutzung der Antolin-Leseförderung unterstützt.
Evaluation erfolgt hier durch eine Wiederholung der Hamburger Schreibprobe in späteren Jahrgängen und durch den Erfolg bei Lesewettbewerben, sowie durch interne Erfolgskontrolle im Leseförderprogramm durch die Fachlehrerinnen und Fachlehrer.
Förderung im Bereich Deutsch als Fremdsprache
Es findet eine weitere Förderung der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund statt.
Sie werden auf Grund von Beobachtungen der Fachlehrerinnen und Fachlehrer und den bei der Anmeldung erhobenen Daten zu den Fördergruppen Deutsch als Fremdsprache (DaF) zugewiesen.
Inhaltlich geht es in diesen Stunden überwiegend um Textarbeit, Erweiterung des Wortschatzes, Sprachverbesserung, Grammatikarbeit und um freies Schreiben.
3. Fachunabhängige Förderung
An unserer Schule wird eine fächerübergreifende Förderung im Sinne eines
Konzentrations-, Intelligenz- und Selbstsicherheitstrainings (kurz KISS genannt) angeboten. Diese Kurse werden von den Sozialpädagoginnen durchgeführt und decken folgende Arbeitsschwerpunkte ab:
- Aufmerksamkeitstraining (Konzentration, Arbeitsplanung, Lerntechniken)
- Powertraining (Selbstsicherheit)
- Ordnung im Chaos (Arbeit organisieren, Arbeit bewältigen)
- Coolness-Training (Aggressionsabbau, Beruhigung, Umgang mit Konflikten)
- Lernen-lernen (Lerntechniken, Vokabelnlernen, Angstabbau, Vorbereitung
auf Klassenarbeiten)
4. Tutorenprogramm
Das Tutorenprogramm ermöglicht eine Forderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 bei gleichzeitiger Unterstützung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 durch Organisation der Einzelförderung jüngerer Schülerinnen und Schüler in den Kernfächern durch ältere Schülerinnen und Schüler.
5. Übergang Schule-Beruf
- Intensive Beratung der Schülerinnen und Schüler durch die Beratungslehrer/innen und
in Einzel- und Gruppengesprächen
- Durchführung eines Bewerbungstrainings in Jahrgangsstufe 9 und 12
- Berufsvorbereitender Unterricht im Wahlpflichtbereich II (Produktion, Bürotechnik)
- Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit mit Sprechzeiten der Berufsberaterin an den
Elternsprechtagen
- Projektwoche zum Thema Berufswahl in Jahrgang 9 und 12 mit Betriebs- und Universitäts-
besichtigungen sowie Beschattungstagen
- Betriebspraktikum im Jahrgang 9
6. Musikalische Förderung
- Musikwerkstatt: Zahlreiche Möglichkeiten ein Instrument im Gruppen- oder
Einzelunterricht zu erlernen
- Chor AG
- Musik AGs (Keyboard, Saxophon)
- Musik-Theater AG
7. Bewegungsförderung
- Sport AGs (Handball, Volleyball, Leichtathletik ...)
- Mittagspausensport als freies Angebot im Bereich der OMAs
- Nutzung des Bolzplatzes
- Ausleihmöglichkeit von zahlreichen Außensportgeräten in der Mittagspause
- Sporthelferausbildung
- Jahrgangsstufenturniere mit jeweils jahrgangsbezogenen Sportarten
- Ausrichtung eines Spiel- und Sportfestes
8. Förderung besonderer Begabungen
Zur Förderung besonderer Begabungen nehmen Schülerinnen und Schüler an einer Vielzahl von Wettbewerben teil:
- Deutsch: Lesewettbewerb der weiterführenden Schulen,
Schreibwettbewerbe
- Englisch: Big Challenge
- Mathematik: Mathematik-Olympiade, Känguruh-Wettbewerb
- Naturwissenschaften: Chemie entdecken, Bio-Logisch
Darüber hinaus erfolgt in Französisch die Vorbereitung auf die DELF-Prüfung auf verschiedenen Niveaus im Verlauf der Klassenstufe 9 und in Latein die Vorbereitung auf die Latinumsprüfung durch die Bezirkregierung am Ende der Klasse 13.
9. Ergänzungsstunden
Für die Schüler der jetzigen Jahrgänge 5,6 und 7 gilt eine neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Diese sieht neben den Kernstunden (Fächer der Stundentafel) auch verpflichtende Ergänzungsstunden in der Sekundarstufe I vor.
Welche Aufgaben haben die Ergänzungsstunden?
Die Ergänzungsstunden dienen der Förderung des einzelnen Schülers (individuelle Förderung) sowohl im Klassenverband (siehe unser Förderkonzept in den Klassen 5 bis 7 in M, E, D) als auch in anderen Lerngruppen (siehe unser Konzept für die künftigen Jahrgänge 8, 9 und 10).
Wofür werden die Ergänzungsstunden vorrangig verwendet?
Die Ergänzungsstunden werden für die Förderung in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik, Englisch, dem Wahlpflichtfach (4. Hauptfach ab Klasse 6) und dem Lernbereich Naturwissenschaften verwendet. Zudem können berufsvorbereitende und künstlerische Angebote gemacht werden. Die ab Klasse 8 neueinsetzende zweite Fremdsprache – an unserer Schule ist dies Französisch – gehört ebenfalls zu den Ergänzungsstunden. Diese neue Fremdsprache ab 8 wird in 8, 9 und 10 jeweils dreistündig unterrichtet. Die anderen Förderunterrichte im Bereich der Ergänzungsstunden werden im 8. und 9. Schuljahr einstündig und im 10. Schuljahr zweistündig unterrichtet.
Woher kommt der Platz für die zusätzlichen Ergänzungsstunden in unserer Stundentafel?
Die Ergänzungsstunden ersetzen den bisherigen Wahlpflichtbereich II in den Jahrgängen 9 und 10, der mit dem kommenden 9. Jahrgang ausläuft. Sie haben einen völlig anderen Charakter als der bisherige WPII-Unterricht, der in erster Linie ein Neigungsunterricht ist. Die Ergänzungsstunden werden gezielt an den individuellen Stärken und Schwächen der Schüler ansetzen und somit deren Abschlussmöglichkeiten verbessern.
Wie sieht unser Kursangebot für den 8. Jahrgang im Schuljahr 2008/09 aus?
Neben der neueinsetzenden Fremdsprache Französisch (3 Stunden) bieten wir je 4 Mathematik- und Deutschkurse mit unterschiedlichen Leistungsprofilen an. Die Schüler wechseln im Halbjahr von Mathematik zu Deutsch bzw. umgekehrt.
- Mathematik (Schülerprofil: FOR-Q Begabtenförderung)
- Mathematik (Schülerprofil: FOR / FOR-Q)
- Mathematik (Schülerprofil: HA 10 / FOR)
- Mathematik (Schülerprofil: Abschlussgefährdete bzw. schwache Schüler HA 10)
- Deutsch (Schülerprofil: FOR-Q Begabtenförderung)
- Deutsch (Schülerprofil: FOR / FOR-Q)
- Deutsch (Schülerprofil: HA 10 / FOR)
- Deutsch (Schülerprofil: Abschlussgefährdete bzw. schwache Schüler HA 10)
Ausblick auf unser Kursangebot in den Jahrgängen 9 (2009/10) und 10 (2010/11)
Mögliches Kursangebot Jahrgang 9 (1 Wochenstunde):
- Geschichte bilingual (Englisch) (Schülerprofil: Besonders sprachbegabte Schüler)
- Englisch (Schülerprofil: HS / FOR: Basiskompetenzen u. Erweiterungen)
- Französisch (Schülerprofil: Förder- u. Stützkurs für WPI-F-Schüler)
- Mathematik (Schülerprofil: FOR / FOR-Q: Erweiterte Kompetenzen)
- Mathematik (Schülerprofil: HS / FOR: Basiskompetenzen u. Erweiterungen)
- Deutsch (Schülerprofil: HS / FOR: Basiskompetenzen u. Erweiterungen)
- MA / D (Schülerprofil: Abschlussgefährdete bzw. schwache Schüler HA10); Fachwechsel zum Halbj.
- D / MA (Schülerprofil: Abschlussgefährdete bzw. schwache Schüler HA10); Fachwechsel zum Halbj.
Mögliches Kursangebot Jahrgang 10 (2 Wochenstunden):
- Mathematik (Vorbereitung Übergang in die Sek. II)
- Deutsch (Vorbereitung Übergang in die Sek. II)
- Geschichte bilingual (Englisch)
- Informatik (Erwerb des internationalen Computerführerscheins ECDL)
- Berufsvorbereitung (Einstellungstests, Bewerbungsgespräche …)
- Technik (Innovationen im Technikunterricht)
- Sport und Fitness
- Kunst / Design
- Sozial- und Gesundheitswesen
Anmerkung: In den Jahrgängen 8 und 9 werden die Schüler den Kursen zugewiesen. Im Jahrgang 10 ist eine Zuweisung durch Empfehlung und Wahlverfahren beabsichtigt.
In 9 und 10 laufen die Kurse ganzjährig ohne Wechsel durch, während im 8. Jahrgang zum Halbjahr der Fachwechsel erfolgt.